{"id":455,"date":"2019-05-31T08:10:16","date_gmt":"2019-05-31T08:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/daniel-handel.de\/?p=455"},"modified":"2019-05-31T08:10:16","modified_gmt":"2019-05-31T08:10:16","slug":"sozialismus-debatte-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/daniel-handel.de\/?p=455","title":{"rendered":"Sozialismus Debatte 2019"},"content":{"rendered":"<p>Sozialismus-Debatte rund um den Jungsozialisten Kevin K\u00fchnert<\/p>\n<p>Nun konnte man vernehmen, dass sich in den letzten Tagen in den Medien oft aufgespielt wurde. Eine Welle der Emp\u00f6rung schien durch die ganze Republik zu gehen. Im Internet waren auf Memes \u201eAlle Wege f\u00fchren nach Moskau\u201c oder andere fragw\u00fcrde Dinge zu lesen. An dieser Stelle m\u00f6chte ich jedoch gern zwei Fragen stellen.<\/p>\n<p>1.) Wer hat sich denn emp\u00f6rt? War es der kleine Mann auf der Stra\u00dfe oder waren es doch andere?<\/p>\n<p>2.) Wenn ein junger Mensch keine Visionen mehr \u00e4u\u00dfern darf, wenn er nicht mehr \u00fcber seine Art und Weise, wie er leben m\u00f6chte, sprechen darf, wie nennt man nochmal diese Gesellschaftsform?<\/p>\n<p>Am 1. Mai brachte \u201eDie Zeit\u201c ein Interview mit Kevin K\u00fchnert, Vorsitzender der Jusos (Jungen Sozialisten), heraus. Man kann schon bei der Frage \u201eWas hei\u00dft Sozialismus f\u00fcr Sie, Kevin K\u00fchnert?\u201c schon eher auf den Gedanken kommen, dass der Fragensteller die SPD eher in der Mitte sieht als im linken Spektrum. Aber nun ja, man kann es dem Interview-Partner nicht ver\u00fcbeln. Auch wenn die Bundes-SPD in den letzten Jahren ihre \u201eProjekte\u201c alle durchbekommen hat, den Gesetzlichen Mindestlohn (9,19\u20ac stand 2019), das Rentenalter mit 63 Jahren (1.Juli 2014), Leiharbeiter bekommen den gleichen Lohn wie Angestellte (Leiharbeit auf 18 Monate begrenzt), Mietpreisbremse und Sozialen Wohnungsbau mit Milliarden Euro gef\u00f6rdert ,die Grundrendrente (ist noch in Arbeit), so bekommt doch der geneigte W\u00e4hler eher den Eindruck, dass sich nichts bewegt. Aber das ist ebenso falsch wie die Wahl von Frau Merkel auf Lebenszeit.<br \/>\nGanz im Gegenteil. Die SPD in Berlin macht schon ihren Job, jedoch liegt der Fehler eher in der Kommunikation. Wann haben Sie von der SPD in den letzten Jahren geh\u00f6rt, dass sie ihr Herzensprojekt durchbekommen hat? Na, f\u00e4llt Ihnen keins ein? Erinnern Sie sich noch an die \u201eHomo-Ehe\u201c, als binnen von wenigen Tagen die Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren erm\u00f6glicht wurde? Das wurde gefeiert. Ein Sieg f\u00fcr die Gleichstellung der Ehe. Wurden andere Themen so hervorgehoben? \u201eLeider nein, leider gar nicht!\u201c<br \/>\nDie SPD ist sehr wohl links zu sehen. Es gibt bei einer solchen gro\u00dfen Partei aber mehr als eine Meinung, die diskutiert wird. Wie auch das Interview mit Kevin K\u00fchnert. Es gibt und gab die Konservativen in der SPD, die bei dem Interview aus der Hose gesprungen sind. Aber m\u00f6chte K\u00fchnert wirklich BMW kollektivieren?<br \/>\nIch bitte Sie, BMW bestimmt nicht unser aller Leben. Das w\u00fcrde auch zu weit gehen. BMW bestimmt das Leben von einigen wenigen wie z.B. den Anteilseignern, die mit ca. 1 Mrd. Euro Dividende rechnen k\u00f6nnen. Ist es nicht viel wichtiger, Wasserwerke, Stadtwerke etc. in staatlicher Hand zu lassen, denn \u201cPrivat vor Staat\u201c bringt doch meist Unheil, gerade bei diesen sensiblen Themen. Von 2005-2009 hatte sich die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW dieses Paradigma auf die Fahnen geschrieben, was den damaligen Ministerpr\u00e4sidenten R\u00fcttgers wohl heute immer noch \u00e4rgert. Die damalige Landesregierung hat danach gehandelt und alles verscherbelt. Heute hat die Bev\u00f6lkerung in NRW immer noch damit zu k\u00e4mpfen, wenn es darum geht \u201edas nicht mehr das W\u00fcnschbare gemacht wird, sondern nur noch das Notwendige\u201c (Zitat, R\u00fcttgers, Sonderparteitag, 2005)<br \/>\nWas macht die neue schwarz-gelbe Landesregierung? Genau das Gleiche: Nach den alten Leitmotiven \u201eSozial ist, was Arbeit schafft\u201c und \u201ePrivat vor Staat\u201c gehen diese beiden Parteien eine Symbiose ein, die zwar heute Menschen in Arbeit bringt, die wiederum aber genau jene sind, die sp\u00e4ter im Armutsbericht auftauchen werden. Der Markt regelt sich eben nicht von selbst. Diese alte Weisheit h\u00f6rt sich sehr sch\u00f6n an, funktioniert jedoch in der Regel nicht. Denn dahinter verbirgt sich immer ungez\u00fcgelte Marktradikalit\u00e4t.<br \/>\nKevin K\u00fchnert sprach auch von der Verteilung von Verm\u00f6gen in Deutschland. Verstehen Sie mich nicht falsch, jeder soll das behalten, was er verdient hat. Ddas ist ein anderes Thema. Die Leistung, die ein Mensch durch Arbeit erbracht hat, soll sich auch im Gehalt wiederspiegeln, davon muss er dann sein Leben und gegebenenfalls das seiner Familie bestreiten k\u00f6nnen. Derzeit ist es aber so, dass genau diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu 50% ihres Nettoeinkommens aufwenden m\u00fcssen, um ihre Miete zu bezahlen.<br \/>\nAber was machen Menschen mit dem Geld, das Sie aus einer Dividende in H\u00f6he von 1 Mrd. Euro erhalten? Ist es nicht absurd, so viel Geld zu besitzen, welches sie nicht mit ihrer H\u00e4nde Arbeit erwirtschaftet haben?! Ich sage, dass das unsozial, ja, sogar unpatriotisch ist.<br \/>\nDar\u00fcber muss die Gesellschaft streiten k\u00f6nnen und d\u00fcrfen. Aber fragen Sie sich doch einmal, wer den Stein ins Rollen gebracht hat? Die Menschen, die ihrer Arbeit nachgehen? Sicherlich nicht! Jene, die Angst haben, dass ihnen der Geldhahn zugedreht wird. Gro\u00dfe Wohnungsunternehmen, zum Beispiel. Auch bei diesem Beispiel m\u00fcssen wir wieder den Weg zur\u00fcck zur sozialen Marktwirtschaft einschlagen. Das haben wir als Gesellschaft aus den Augen verloren. Es geht doch bei diesem Thema nicht darum, ob Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer etwas aufbauen und sich ein oder zwei Wohnungen erarbeiten, um diese dann zu vermieten. Vielmehr geht es um die Gro\u00dfen, die mit ihrer Wohnungspolitik ganze Familien unter massiven Druck setzen oder die Wohnungen erst gar nicht renovieren, weil sie Mittel zum Zweck sind. Weil damit spekuliert wird.<br \/>\nWir als Gesellschaft m\u00fcssen wieder zur\u00fcckkehren zu einem offenen Diskurs auch \u00fcber schwierige Themen, aber Verunglimpfung oder Verteufelung des Kommunismus als Schreckgespenst der Menschheit quer durch die Gazetten, bringt uns nicht weiter. Ganz im Gegenteil, es ist ein R\u00fcckschritt.<br \/>\nWir t\u00e4ten gut daran, alle in der Gesellschaft zu beteiligen und niemanden zur\u00fcckzulassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sozialismus-Debatte rund um den Jungsozialisten Kevin K\u00fchnert Nun konnte man vernehmen, dass sich in den letzten Tagen in den Medien oft aufgespielt wurde. Eine Welle der Emp\u00f6rung schien durch die ganze Republik zu gehen. Im Internet waren auf Memes \u201eAlle Wege f\u00fchren nach Moskau\u201c oder andere fragw\u00fcrde Dinge zu lesen. 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